GT - Tieferlegung

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mitsublue
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GT - Tieferlegung

Beitrag von mitsublue » Mi Jun 18, 2003 5:08 pm

Tieferlegung

Zunächst ist das nichts Neues, das haben wir schon vor 35 Jahren gemacht, damals allerdings mit Flex, Brenner und ähnlichen Methoden. Ist aber „Jugendsünde“ und offiziell verjährt. Allerdings, Koni / Bilstein gab es damals auch schon und mancher handmade Stabi wurde eingebaut, so schlecht war das Ganze vom Ergebnis her nicht. Damals war eben eher die schlechten Strassen das Problem, heute mehr verschiedene Amtspersonen.[-X

Zum GT
Was bringt es? Neben Optik eine Reihe von positiven, technischen Auswirkungen auf das Fahrverhalten des Fahrzeugs.

Optik
Ein optischer Schwachpunkt des GT sind die großen Radauschnitte der Karosserie.
Ein paar cm tiefer lassen das ganze schon gefälliger aussehen.

Technik
Zunächst mal eine Absenkung des Fahrzeugschwerpunkts und dadurch

- Geringere Seitenneigung in Kurven

- Direkteres Handling

- Weniger "Aufstellen" des Vorderwagens beim Beschleunigen.

- Weniger "Eintauchen" beim Bremsen,
dadurch auch geringere dynamische Achslastverlagerung

- Weniger Aufschaukeln
z.B. bei plötzlichen Ausweichmanövern

- Geringere Seitenwindempfindlichkeit

- Verringerung des Luftwiderstands
Z.B. bringen -30mm ca. 5% weniger Luftwiderstand.

Prinzipiell gibt es natürlich auch einige Nachteile

- Geringere Bodenfreiheit
Nachteilig bei Ein-/Ausfahrten, Hubbeln, Tiefschnee usw.
Bei Aufsitzen vorne kann das bei GTs mit Activ Aero echt teuer werden
("Schatzi, der neue Abenddress ist leider gestrichen, ich brauch nen neuen Spoiler")
:!: Also Vorsicht !
Bei härteren Federn kann allerdings auch bei stärkerer Beladung z.B. die gleiche Fahrzeughöhe erreicht wie mit Serienfedern mit geringerer Federhärte.

- Straffere Federung
Meistens, ist nicht unbedingt prinzipbedingt, sondern hängt von der verwendeten Federhärte und der Struktur (linear, progressiv) ab.
Ergebnis hängt auch stark vom Können des Konstrukteurs der Fahrwerkskomponenten ab. Negativ wäre z.b. "Nicken", "Springen" oder ein unter Komfortgesichtspunkten zu hartes Fahrwerk.

- Fahrverhalten auf schlechten Strassen
Kommt auf die Härte bzw. Abstimmung an. Härter eher für Schnellstrassen und Strecken a la Hockenheim.
Für Landstrassen 2.Ordnung und Strecken wie NR-Nordschleife eher etwas weicher.
Zu harte Fahrwerke neigen hier eher zum Versetzen, auch stärkere Beanspruchung von Fahrwerksteilen und Karosserie.

Welche Möglichkeiten?

Nur andere, meist kürzere und härtere Federn.
Bei den meisten Fahrzeugen nicht gerade die Ideallösung, da ja die serienmäßigen Komponenten Federn, Dämpfer, Reifen, Stabis usw. aufeinander abgestimmt sind. Wird nun eine ersetzt passt das Ganze nicht mehr so recht, bzw. die Eigenschaften verschieben sich.

Funktioniert beim GT ganz brauchbar, da auch das serienmäßige ECS erhalten bleibt und angepasst werden kann. Stellung „Tour“ wird sozusagen ungefähr „Sport“ und „Sport“ wird „Race“.

Früher gab es einige Federtypen für den GT (z.B. sogar bei D&W drei verschiedene), aber inzwischen sieht es in Deutschland dünn aus.
Die meisten Federn übrigens progressiv, d. h. mit zunehmender Einfederung Verhärtung der Feder, teilweise sogar „auf Block“ (Windungen liegen an). Deswegen auch Schlauchüberzug hinten.
Federn oft schwerer als Serie. Preis ab ca. 300 Euro

AP
Soll –30mm, fällt aber etwas unterschiedlich aus (meist 22 bis 25mm tiefer). Fahrverhalten eher (zu?) straff, aber nicht zu hart, bei urlaubsmäßiger Beladung gerade passend. Mit verschiedenen Reifengrößen, .--querschnitten , -fabrikaten probiert.
Inzwischen offiziell nicht mehr zu bekommen (außer evtl. Restposten oder gebraucht).

Lowtec
Soll VA-40, HA –30.
Bis jetzt keine Erfahrungen

Gewindefahrwerk von KW (mit TÜV)
s. http://www.gt-driver.de/forum/viewtopic ... c&start=13

Alles ab hier: TÜV-Problemzone
d. h. ohne TÜV bzw. über Einzelabnahme

Da gibt es u. a.

Vogtland
Auf Anregung von elco wurde ein Federnsatz entwickelt. Soll ca. wie AP ausfallen. Allerdings bis jetzt etwas unklare "TÜV-Situation".

Eibach
Mehr die mildere Sorte, aber auch "sportlich", TL ist ca. 25-30 mm
Wird in USA viel gefahren, und allgemein meist gelobt. Meine Nachfrage bei Eibach: Kein Verkauf in D. Von D nach USA und wieder nach D?? Auch in GB zu bekommen. Allerdings Problem TÜV. Obwohl, nachts sind alle Katzen grau, ähh.. ich meine Federn schwarz... :lol:

H&R
Ca. –25mm, ansonsten siehe Eibach

Chassis Dynamics
ca. -30 – 35mm, näheres nicht bekannt, gibt es in England

Tein
Tein H bringt ca. 20 mm tiefer bei seriennahen Federraten.
Tein S sind etwas straffer / sportlicher und legen etwas tiefer (ca. 33mm). Fahrverhalten dieser Tein-Federn wird (in USA) meist gelobt.

Intrax
Tieferlegung ca. -40 mm, Fahrverhalten auch gut, aber teilweise schon „Aufsetzprobleme“ bzw. leichte "Sturzprobleme" (s.u.)
Nur USA

Höhenverstellbare Feder -Einheiten

Ground Control
Verschiedene Federnhärten (von Eibach) lieferbar. Vorteilhaft: Originaldämpfer mit ECS bleiben erhalten, verstellbar, z.B. tief für Rennstrecke + Autobahn, höher z.B. für Winterbetrieb, städt. Problemsituationen. Verstellung mit Schlüssel, dauert allerdings schon, und wenn es optimal sein soll, bräuchte man eine Radlastwaage. Satz ca. 400$. Insgesamt gutes Preis-Leistungsverhältnis. So wie sie aus USA kommen, sind sie nicht "TÜV-tauglich" (in ausgefedertem Zustand großer Abstand der Federn vom Auflagepunkt des oberen Federtellers). Da müsste man noch Hilfsfedern montieren, gibt es. z.B. bei ISA-racing.

Komplette Feder / Dämpfer Einheiten
Tein, in USA
ebenso KYB (japanisch)
Kein ECS möglich

Höherverstellbare komplette Feder / Dämpfer Einheiten,
auch Dämpfer manuell verstellbar
(wie bei uns Koni)

JIC
Verstellung, Höhe, Dämpfer, Sturz. ca. 1750$, kein ECS möglich, USA.

Tein flex
Sehr gut:, auch Sturzverstellung möglich, Höhenverstellung bei gleichbleibender Federrate möglich.
Ähnlich Tein SS, geringfügig weicher, Höhenverstellung wie übliche GW-Fahrwerke.
Nachteile (beide): ca.1500$, ECS nicht mehr möglich, aber evtl. anderes EDFC -System (+400$).

Luftfederfahrwerk
z.B. von Bavaria Tuning
Theoretisch gut. Soll allerdings recht straff sein. Höhenverstellung auf Knopfdruck möglich. Probleme: Kosten ca. 3000 Euro, Versuchskaninchen? Erfahrungen? TÜV?

Nicht empfehlenswert:
- Serienfedern kürzen
- Tieferlegungsfedern (z.B. AP) zusätzlich drücken lassen (zu hart, bockelig),
- Federn mit mehr als -45mm TL (Sturz, Alltagstauglichkeit)

:!: Generelle Anmerkungen

- Im ausgefederten Zustand müssen die Federn noch Spannung haben,

- Nach einiger Zeit leichte zusätzliche Setzungen (Federn, Gummiauflagen).

- Bei mehr als ca. -35mm TL kann meist an der HA der Sturz nicht mehr innerhalb des Solll-Bereichs eingestellt werden. Außer Fahrverhalten starker Abrieb der Reifeninnenseite. Mögliche Abhilfe: In den USA gibt es spezielle Streben (ca. 300$), TÜV?
- Die Reifen müssen bei Tieferlegungen auch berücksichtigt werden (v. a. versch. Außendurchmesser)
Kleinere Durchmesser legen zwar zusätzlich tiefer, vergrößern aber andererseits oben wieder den unschönen Spalt im Radauschnitt.
Bei größeren Durchmessern jeweils umgekehrt.

Erfahrungen und Fragen bitte bei „Tieferlegungsfedern“ bzw. bei kompletten Fahrwerken u. ä. neues Thema starten.

„Tiefe (Manta?)-Witze“ ggf bei Off-topic.

mitsublue.

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